
In meiner Objektcollage gehe ich der Frage nach, wo stehe ich, welche Position nehme ich in dem von Medien geprägten (Informations-)Zeitalter ein, in dem ich mich gleichsam eingebettet sehe. Motivhaft überlagern sich hier verschiedene Medien, mit denen ich mich beschäftige, in ihrer multimedialen Komplexität: Printmedien und digitale Medien mit der Malerei quasi in verschiedenen Reflexionen (als Interferenzen). Oberflächlich stehen hier die verschiedene Medien gleichsam (multilateral) nebeneinander, die eine Einheit als eine "maritime Mondlandschaft" bilden, wo offensichtlich ein Papierschiffchen den Planeten "Le Mond" erreicht, über welchem zentral eine CD wie eine Sonne kreist. Dennoch spiegeln sich bei diesen "multilateralen Medianauten" unterschiedliche Haltungen wider. Diese Vielschichtigkeit wird durch die Verwendung von verschiedenen Sandsorten zu einer dreidimensional wirkenden Bildcollage unterstrichen, die in meinen Bildern tiefgründig mit dargestellten Szenarien verschmelzen, sich zu einem symbolhaft wirkenden Ensemble verdichten und somit meine Wahrnehmung des Zeitgeschehens dokumentieren. Denn bei näherer Betrachtung wird die französische Zeitung "Le Mond(e)" (welche übersetzt "Die Welt" bedeutet) zum eigentlichen Protagonisten: widersprüchlich und in sich zerrissen mit einem recht fragwürdigen Bericht über Wasservorräte auf dem Mond wird (gemäß McLuhan ) das Medium selbst zur Botschaft. Hier wird der eigentliche kulturkritische Ansatz offenbar: Kunst mit einem qualitativ hoch angelegten individuellen Anspruch verliert scheinbar in einem Umfeld, wo ein Massenpublikum unterhalten werden soll. Für mich als Künstlerin ergibt sich daraus die Konsequenz: Ich sehe und sehe nicht, weil auch ich durch das Umfeld geprägt werde, was uns umgibt, darum muss nicht nur die Kulturpolitik, sondern auch die Gesellschaft besser werden.